Erfolgreich den Lernprozess vorbereiten

Es ist wichtig zu wissen, was man im Vorfeld tun kann, um eine Lerneinheit möglichst effizient und angenehm zu gestalten und wie man erfolgreich den Lernprozess vorbereiten kann.

Wer das nicht weiß, beginnt oft einfach irgendwann und irgendwo im Stoff drauflos zu lernen, auch wenn der eigene Geist möglicherweise noch gar nicht bereit dazu ist.

Das führt oft in einen Kampf mit störenden Gedanken im Kopf, die einen ablenken. Auch hat man beim unvorbereiteten Lernen meist zuwenig Anknüpfungspunkte für das neue Wissen im Gehirn, sodass viele dann nach einigen Stunden frustriert aufgeben und das Gefühl haben, nicht viel erreicht zu haben.

Das muss nicht so sein, wenn man die Lerneinheiten gut vorbereitet und erst dann mit dem eigentlichen Lernen beginnt, wenn man dafür bereit ist.

Vorbereitung

Flexibel, kreativ und ohne Zwang lernen?

Viele Menschen bringen auch aus der Schule noch für sie unpassende Lernmethoden mit und glauben etwa, sie müssten sich zum Lernen zwingen, indem sie fixe Ziele festlegen, Zeitpläne erstellen und starre Raster erstellen und diese dann abzuarbeiten. Das passt aber für den Großteil der Menschen nicht und führt dann zu viel Frustration, wenn es nicht klappt.

Für Menschen, die sehr kreativ, flexibel und manchmal auch ein bisschen chaotisch sind, passt es nämlich besser, wenn sie ihr Lernverhalten sehr flexibel gestalten. Manchmal möchten diese Menschen es aber trotzdem vorerst einmal mit Rastern (z.B. fixe Lernzeiten) probieren, um herauszufinden, ob diese für sie funktionieren oder nicht. Dann rate ich ihnen, dass sie sich zumindest innerhalb des Rasters, den sie sich geben – sagen wir, der Raster sagt, am Sonntagnachmittag wird gelernt – so viel Freiheit wie möglich lassen.

Sich selbst Wahlfreiheit lassen und schrittweise die Freude am Lernen wiederentdecken

So viel Wahlfreiheit wie möglich bedeutet Wahlfreiheit zwischen verschiedenen Gegenständen,  verschiedenen Lernmethoden, verschiedenen Orten (manche lernen besser zu Hause, manche besser im Park oder in einer Bibliothek) usw. Zum Beispiel könnte es für jemanden, der für Englisch, Mathematik und Biologie lernen möchte, passen, sich im Vorfeld schon alle Lernmaterialien griffbereit herzurichten, damit er nicht mehr viel tun muss, bevor er anfangen kann.

Wenn er dann zu lernen beginnen möchte,  kann er in sich hineinspüren, wogegen er den geringsten Widerstand spürt oder auf welches Thema er vielleicht sogar ein bisschen neugierig ist und dann damit beginnen. Dadurch kann man schrittweise wieder spüren, dass Lernen auch etwas Schönes, Freudvolles, Interessantes sein kann – wie es das ja für uns alle zumindest als ganz kleine Kinder einmal war – und nicht nur Zwang und Mühsal.

Gehirn frei machen – Gedanken aufschreiben

Wenn störende Gedanken einen immer wieder vom Lernen ablenken, gibt es eine hilfreiche Methode, um diese aus dem Kopf zu bekommen. Einfach ein Blatt Papier nehmen und die Gedanken aufschreiben und zwar alles, was man sich denkt, auch wenn es nichts mit dem Lernen zu tun hat. Vielleicht betreffen die Gedanken notwendige Erledigungen. Vielleicht sind es Ängste, von denen man freier wird, wenn man sie niederschreibt.

Das dauert meistens gar nicht lange und danach ist das Gehirn freier, klarer und fühlt sich beruhigt, weil es „weiß“, dass die Gedanken nicht verloren gehen, sondern auf Papier festgehalten und nach dem Lernen bei Bedarf wieder angeschaut werden können.

Vorwissen aktivieren

Für den Lernerfolg und auch für die Motivation und das Selbstbewusstsein ist sehr wichtig, sich bewusst zu machen, dass man bei den meisten Themen, die man lernt, nicht komplett bei null beginnen muss, sondern dass Vorwissen da ist.

Wenn man zum Beispiel schon einmal Englisch gelernt hat – egal, wie schlecht man darin war – dann ist eine gewisse Basis da, auf der man aufbauen kann, wenn man sich wieder damit beschäftigt.

Aktivieren kann man dieses Vorwissen zum Beispiel, indem man auf einem Blatt Papier kurz sammelt, was man schon über ein Thema weiß und alles aufschreibt, was einem zu einem Lernthema schon einmal einfällt.

Wenn das Thema sehr umfangreich ist, nimmt man einfach einen Teil davon, z.B. könnte man aufschreiben, was man noch zu englischer Grammatik weiß oder auch nur zu einem Teilkapitel davon.

Es geht hier nicht darum, etwas zu beweisen und das Aufgeschriebene muss auch nicht absolut richtig sein, sondern es ist wichtig, zu zeigen, was da ist, wie es strukturiert ist und woran das Gehirn anknüpfen kann beim Lernen.

Die eigene Denk- und Lernstruktur erkennen und daran anknüpfen

Viele Leute haben nämlich auch deshalb Probleme mit dem Lernen, weil die Struktur, die ihnen zum Beispiel vom Lehrer oder vom Lehrbuch vorgegeben wird, nicht zu ihrem eigenen Denken passt.

Wenn man sich das aktivierte Vorwissen aus der vorigen Übung genau anschaut und es analysiert, zeigt sich darin auch, wie das eigene Denken strukturiert ist (z.B. eher logisch gegliedert, eher bildhaft, mit Beispielen aus dem Leben verbunden,…).

Daraus kann man ableiten, wie man darauf aufbauend neue Lerninhalte in diese vorhandene Struktur integrieren kann, sodass sie leichter verstanden und gemerkt werden können.

 

 

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